H8 — Endlich. Umgang mit Sterben, Tod und Trauer

Multiplikator*innenschulung zur Durchführung eines Projektunterrichts für Schüler*innen der Jahrgangstufen 9 bis 13

Kategorie

Hospizarbeit

Termine

5.–6.11.2020

Kosten

200 Euro

Anmelden bis

1.9.2020

Veranstaltungsort

Augustinerkloster Erfurt

Der Tod eines geliebten Menschen ist gerade für Jugendliche ein einschneidendes Erlebnis. Sie sind verletzlicher, und ihnen fehlt oft die Sprach- und Handlungsfähigkeit, damit umzugehen.
Neben dem Zuhause ist die Schule der bedeutsamste Ort, an dem sich Jugendliche aufhalten. Häufig verbringen die jungen Menschen mehr Zeit mit ihren Klassenkameraden als im Elternhaus. Wenn Jugendliche mit anderen Trauer teilen, dann vornehmlich mit engen Freunden, in der Regel mit Mitschülern. Daher spielt die Schule eine wichtige Rolle bei der Heranführung und Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer und trägt wesentlich dazu bei, den Schüler zu einer verantwortlichen und handlungsfähigen Persönlichkeit zu entwickeln. Dies schließt auch die sozialbezogene Vorbereitung auf spätere Lebenssituationen ein. Dazu ist es notwendig, alle am Erziehungsprozess beteiligte Personen und auch gesellschaftliche Institutionen in den Prozess zu integrieren.
Lehrer*innen aller weiterführenden Schulformen, Mitarbeiter*innen aus psychosozialen Teams und haupt- und ehrenamtliche Lehrer*innen aus der ambulanten und stationären Hospizarbeit werden in diesem Seminar gemeinsam befähigt, einen Projektunterricht für Schüler zu Sterben, Tod und Trauer durchzuführen, ihre reichhaltigen Erfahrungen einzubringen und sich zu vernetzen.
Dieser Schulung liegt ein am Zentrum für Palliativmedizin, Uniklinik Köln, entwickeltes und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Deutschen Hospiz- und Palliativverband unterstütztes Projekt zugrunde, das an allen Schulformen durchgeführt wurde. Zur Sicherstellung einer hohen Qualität wurde das Projekt evaluiert und mit Experten aus Bund, Ländern und Kommunen diskutiert.

Inhalte der Multiplikatorenschulung

  • Reflexion der persönlichen Einstellung und Berücksichtigung eigener Grenzen
  • Anleitung zur Durchführung eines Projekttages zum Thema in der Schule mit Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse von Schülern
  • Methoden zur Schaffung von Räumen, in denen Jugendliche ihre Gefühle ausdrücken und gegenseitigen Respekt wahren können
  • Vermittlung von Wissen zu Sterben, Tod und Trauer
  • Einblicke in die Palliativmedizin und Hospizarbeit
  • Sensibilisierung für die Beratung der Schüler*innen bei Trauersituationen vor, während und nach einem Todesfall
  • Erkennen von Krisensituationen und Einschätzen möglicher Gefahren, Vermittlung von weiterführenden Hilfsangeboten

Themen
Konkrete Anleitung zur Durchführung des Projektunterrichts mit den Modulen Sterben, Tod und Trauer

Zusätzliche Module

  • Suizid
  • Krisenintervention
  • Umgang mit trauernden Schülerinnen und Schülern

Methoden
Die Seminarteilnehmer erhalten zur Umsetzung des Projektunterrichts ein abwechslungsreiches und kreatives Programm:

  • Wissensvermittlung anhand von Präsentation
  • Selbstreflexion
  • Gruppenarbeit
  • Rollenspiel
  • Diskussionen
  • praktische Übung
  • Kreativarbeit
  • Handbuch inklusive aller Arbeitsmaterialien mit Kopiervorlagen

Leitung
Kirsten Fay, Nicole Nolden

Kosten

200 Euro inkl. Seminarunterlagen zzgl. Übernachtung und Verpflegung

Teilnehmende

15

Zielgruppe

uneingeschränkt

Kurszeiten

Donnerstag 9.30–17 Uhr, Freitag 9–16 Uhr

10 Fortbildungspunkte RbP

Referent*in

Kirsten Fay

Sterbebegleiterin, Dozentin, Buchautorin, Trauerbegleiterin für Kinder, Jugendliche und deren Familien, BVT zertifizierungsberechtigt