Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) e.V.

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Trauerfachtag — Eingangsimpuls; Augustinerkloster Erfurt, 06.05.2017 - Frau Pfrn. Dr. Friederike Spengler

Geh aus mein Herz und suche Freud...
Ja! Heute fällt die Freude leicht: Ein gefüllter Raum, eine gute Atmosphäre, freundliche Gesichter, ein Programm mit großen Namen und prägnanten Überschriften, die allesamt neugierig machen; dazu Musik, Gäste, die Aussicht auf Essen und gemeinsame Gespräche... Da kann man sich freuen! Und Sie alle, die Sie hier sitzen, kennen hoffentlich oft solche Momente der Freude: Wenn das Leben es gut mit einem meint, wenn ein Vorhaben gelungen ist, wenn eine Situation überraschend gut ausging, wenn ein Kind geboren wurde, wenn eine Diagnose Erleichterung schafft, wenn die Arbeit ihren Zweck erfüllt, wenn das Zusammenleben und —arbeiten gelingt... Wenn...
Und wenn nicht?
Nein! Befehlen lässt sich die Freude nicht und der Freude nichts. Gar nichts. Da kann man sich Ergebnisse, Auftragslage und Verhandlungen, Betreuungsschlüssel, Prognosen und Hochrechnungen noch so schönreden, da können einem Familienmitglieder oder auch Mitarbeitende noch so oft beteuern: Das wird schon werden, Kopf hoch! Alles ist gut...
Die meiste Zeit aber ist alles lau. Man fühlt sich so eigentlich ganz gut, die Arbeit läuft so, die Ergebnisse sind nicht schlecht, und wenn man sich ein wenig anstrengt, dann klappts auch mit der Nachbarin. Ja, wenn man die Umstände in Ruhe betrachtet — so schlimm steht es dann doch nicht um mich. Nicht warm, nicht kalt. Eben lau.
Manchmal braucht es — nein, keinen Befehl, aber eine Selbstermunterung. "Geh aus mein Herz und suche Freud!" Ach ja, mein Herz! Manchmal muss man dich hinausschicken: Los mit dir, auf! Bleib nicht lau! Lass dich nicht lumpen, nur Künstler lassen sich bitten, also — geh los!
"Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben."
Ja, das gehört wohl auch zu unseren Erfahrungen, dass sich die Freude nicht immer und überall von allein einstellt. Freude will gesucht werden.
Geh! Auf, auf, mein Herz! Geh aus und suche Freude!
Der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhard, der in den Jahren nach dem Dreißigjährigen Krieg dieses Lied schrieb, wusste sehr wohl, wovon er sprach. Nehmen wir uns ein wenig Zeit, einige Punkte seiner Biografie etwas zu beleuchten:
Paul Gerhardt verlor seine Eltern schon früh. 1619 starb Christian Gerhardt, und zwei Jahre darauf auch die Mutter Dorothea. Paul war 14 Jahre alt und stand mit drei weiteren Geschwistern an den Gräbern — zwei jüngere Schwestern und ein Bruder. Die Mädchen kamen zu Verwandten und die beiden Buben kamen zusammen als Schüler nach Grimma auf die Fürstenschule, die sich im Gebäude des dortigen ehemaligen Augustinerklosters befand. 1627 verließ Paul Grimma und ging als Student nach Wittenberg. Die Universität stand in gutem Ruf und konnte auf eine zwar noch kurze, aber umso intensivere protestantische Geschichte verweisen. Die Lehrer waren natürlich Theologen, aber einer von ihnen, Paul Röber mit Namen, war ein Theologe mit künstlerischer Begabung. Paul Gerhardt hat ein Lied dieses Lehrers später aufgenommen. Das war der Anfang, ein erster Ton für das Lied der Freude. Während seines Studiums tobten die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges über das Land und auch seine Heimatstadt Gräfenhainichen ging in Flammen auf. Es folgten Pest und Hunger. Paul Gerhardts Bruder Christian starb an der Pest. Die Grauen eines völlig enthemmten Kriegstreibens, das Wüten der Pest, das Leid durch Gewalt, Feuer und Hungersnöte — in einem solchen Umfeld arbeitete und lebte Paul Gerhardt, und setzte das, was er wahrnahm, in Lyrik um.
Es ist ein Jammer, dass keine einzige der Predigtniederschriften des Pfarrers Paul Gerhardt erhalten geblieben ist.
Lange blieb er Junggeselle, die Schwere der Zeit drückt auch auf das Gemüt, da will die Liebe nicht recht wachsen. Mit 48 Jahren heiratete er dann. In der 32jährigen Tochter Anna aus dem Haus der Familie Berthold fand er die Frau, mit der er leben konnte.
Das Leben des Ehepaars Gerhardt war fortwährend von schwerer wirtschaftlicher Not geprägt. Es gibt eine Geschichte über die Entstehung des Liedes "Befiehl du deine Wege", die berichtete, wie Paul Gerhardts Frau ihren Mann um Geld bat: "Gib mir nur einen Groschen, dass ich das Allernötigste kaufen kann. Sonst kann ich dir heute nicht einmal den Tisch zu Mittag decken!" Er hatte das verlangte Geld nicht, und soll seiner Frau gesagt haben: "Ich will dir eine Speise besorgen, die nicht vergeht." So setzte er sich in sein Gartenhaus und schrieb das Lied "Befiehl du deine Wege und was dein Herze drängt der allertreusten Pflege, des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann."
1656 gebar Anna das erste Kind. Ein halbes Jahr später starb dieses und wurde in der Kirche zu Mittenwalde beigesetzt.
Immer wieder musste das Ehepaar Gerhardt vom Grab eines der nunmehr jährlich geborenen Kinder in den Alltag zurückkehren— es war nicht das erste Kindergrab der Familie und wird auch, Gott sei es geklagt, nicht das letzte sein. Anna versank in Trauer, die Herzen der Eltern waren schwer wie Blei. Und Paul Gerhard spürte, dass er etwas für seine Frau und für sich selbst tun musste. Wie verlockend wäre es jetzt, der Lethargie einfach nachzugeben... Er wäre sicher nicht der Erste, der an einem "gebrochenen Herzen" starb. Trauer kann krank machen, deshalb braucht sie Wege und Begleitung. Trauer muss gelebt werden können, damit das Herz eben nicht zerbricht und die Seele nicht verkümmert. Von Trauerbegleitung und Trauerermöglichung in unserem heutigen Sinne, konnte Paul Gerhardt natürlich noch nichts wissen. Aber, er ahnte, noch mehr, er war sich sicher, dass er jetzt Kraft für sie beide, für seine Frau und sich selbst aufbringen wollte und musste, sich der Trauer zu stellen. Dazu sollte ihm sein Glaube helfen. Konnte dieser ihm denn jetzt die nötige Kraft geben? Er forderte ihn geradezu heraus: Er wollte das Vertrauen auf einen Sinn, der ihm nicht einmal entfernt erahnbar war, nicht begraben. Genug der Grabesstille im Haus!
"Geh los, mein Herz, geh aus mir heraus und suche in dieser Welt nach einem Grund, worüber du dich freuen kannst. Suche, warum es sich zu leben lohnt! Was ist an Leid in diesen Jahren geschehen, was ist uns genommen, nicht auszudenken! Du, mein Herz, brauchst jetzt etwas Anderes: Weite. Hinaus aus meiner engen Brust, die nur schluchzen kann — geh los. Suche, du weißt schon, die Freude wird sich finden lassen!"
In den vielen folgenden Strophen seines Liedes — die meisten von ihnen werden es kennen, vielleicht in diesem Sommer auch hin und wieder noch singen — lässt Paul Gerhard seinem Herzen freien Lauf. Und dann führt es ihm vor, was die Welt zu bieten hat: "Schau an der reichen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben!" Mit jeder Strophe entdeckt das Herz etwas Neues. Nichts Exotisches, nichts, was uns nicht allen bekannt wäre, mitunter vielleicht sogar banal vorkommt. Vielmehr sind es die Dinge, die für uns so selbstverständlich zum Leben dazugehören: "Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide. Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomoni Seide!"
Hatte es das nicht immer gegeben?: Die fütternden Schwalben, die bemutternde Glucke, den nestbauenden Storch, die herrliche Blüte, den knorrigen Baum, das strahlende Himmelsblau...? Das aus der Trauer herausgeschickte Herz sieht alles neu. So, wie mit den Augen eines Kleinkindes, immer staunend, immer verwundert, immer fasziniert — so neu, so schön, ah!
Das Herz, so ausgesandt, ganz neu zu sehen, findet Freude an der Schöpfung, und bleibt doch selbst ein Teil davon. Es erkennt das Gesuchte als den Sinn für die Freude, es lässt sich er-freuen.
Dabei ist diese, von Herzen gesuchte, Freude keine, die Oben auf ist. Kein schwebendes, kein überfliegendes, irdisch-befreites Freuen ist das. Folgt man einmal der Tonfolge des Liedes, macht man eine unerwartete Entdeckung: (Singen) "Geh aus mein Herz und suche Freud" — das Wort "Freude" steht auf tiefstem Ton ersten Notenzeile. Ganz tief unten muss man wohl wieder von Vorn beginnen. Wer ganz unten gewesen ist, wer ganz unten ist, soll hören können: Tiefer geht es nicht, tiefer kannst du nicht fallen. Noch ein Ton tiefer geht es nur zum neuen Schauen: (Singen) "Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerszeit an deines Gottes Gaben, schau an!"... Die Freude beugt sich tief herab, um uns zu erreichen. Geh aus, mein Herz und suche sie!
Nein, kein vergnügtes, ausgelassenes Lachen ist hier zu treffen. Und schon gar kein Kichern. Keine Spaßgesellschaft. Aber eine innere, tiefe Freude. Ja, und die weitet das Herz. Der Knoten löst sich, das Herz atmet auf. Und mit zaghaftem neuem Blick erscheint ihm die Welt, wie eben erst gemacht. So als wäre die Hand des Schöpfers noch ausgestreckt über ihm. Die Freude kann und muss geschaut werden. Mit eigenen Augen überzeuge ich mich, sehe die Seele wieder in mich hinein. Sauge auf, was zu sehen ist, weite die Augen, damit sich mein Herz weitet, schaue und sehe und sehe und schaue, als gäbe es kein Morgen. Als wäre das Hier und Jetzt, der Moment, das Einzige.
Dahin möchte Paul Gerhard sein Herz und das seiner Frau führen: "Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen!"
Aus dem Herzen rinnen: Kann man schönere deutsche Worte für dieses Bild finden? Eben weil sich die Freude nichts befehlen lässt, aber gefunden werden kann, deshalb muss ich auch nichts aus meinem Herzen pressen, was nicht darin wäre. "Wovon das Herz voll ist, des geht der Mund über", sagt Martin Luther, der große Lehrer Paul Gerhardts. Erst wenn das Herz wieder erfüllt ist, wenn es ausgefüllt, nein förmlich überfüllt ist von neuer Freude, dann kann man es rinnen lassen. Nur das Übervolle läuft über.
Bis das soweit ist, wird aber noch Zeit vergehen.
Paul Gerhardts Frau Anna wurde in einem ihrer Wöchnerinnenbetten krank. Ihr Brustleiden wuchs sich zu unheilbarer Schwindsucht aus. In dieser Zeit schreibt Gerhardt diese Liedzeilen für sie:
Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir;
wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür;
wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.

Wie ein letztes Aufbegehren ihres Körpers, wird die Kranke noch einmal schwanger. Sie schenkt einem Sohn das Leben, der das einzige lebende Kind des Paares sein wird. Dann, im Kindbett, nach 13 Ehejahren starb Anna Gerhardt mit 45 Jahren. Im März 1668 gestorben, wurde Anna neben all den Ihren, Eltern und Kindern, in der Nikolaikirche zu Berlin hinter der Kanzel beigesetzt, auf der ihr Mann bis dahin jeden Sonntag gestanden hatte. Jetzt beginnt SEIN Leid, von vorn.
Paul Gerhardt stürzte sich in die Arbeit. Das einzige Kind wurde groß, aber er hatte kaum Augen für das Leben. Sein Geist schwebte in ganz anderen Gefilden: der immer noch neue, protestantische Glaube schenkt ihm nicht mehr nur die innere Freiheit, sondern band auch sein Gewissen: Wie weit darf ich gehen? Wie tolerant dürfen wir sein? Wo ist die Grenze erreicht und wo beginnt der Verrat?
Gerhardt stritt gegen die großzügigere Glaubensauffassung seines Landesherrn. Am Ende erhielt ER, der seelsorgerlich-einfühlsame, aber hartnäckig-streitende Gerhardt Kanzelverbot. Er musste die Stelle wechseln und ging nach Lübben.
Jetzt war es an ihm, das Herz auszuschicken!
Nicht die Anstrengung, nicht die Hast, nicht der Druck, nicht der Ehrgeiz. Nichts von alledem vermag das, was die Freude vermag: Das Glück im Gegenwärtigen, im Alltäglichen zu erkennen:
Im Lied "Geh aus mein Herz", heißt es weiter:
"Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet Jung und Alt und rühmt die große Güte des, der so überfließend labt und mit so manchem Gut begabt das menschliche Gemüte, das menschliche Gemüte."
Begabt zur Freude! Mit dieser Aussicht beschenkt uns der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt. Und seine Verse sprechen auch 350 Jahre nach seinem Tod noch zu uns: "Begabt zur Freude bist du. Auch, wenn du das heute noch nicht weißt, ja noch nicht einmal ahnst. Auch, wenn das heute noch so unendlich fern erscheint. Auch, wenn heute alles andere vor Augen steht... Begabt zur Freude bist du!
Also, wage ich es. Auf Hoffnung hin. Ich - wage - es. Ich sage: "Geh aus mein Herz und suche Freud!" Sie wird sich finden lassen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

erstellt am 18.05.2017


Fachtag "Trauer und Wirksamkeit von Trauerbegleitung" am 06.05.2017

Fachtag "Trauer und Wirksamkeit von Trauerbegleitung" am 06.05.2017Diese Veranstaltung ist bereits ausgebucht!

Wie Not-wendend und sinnvoll ist Trauerbegleitung?
Trauer kann zu sehr großen Belastungen führen, vor allem wenn besondere Umstände die Trauer erschweren oder wenn Trauer erstarrt. Praxiserfahrungen zeigen, dass Trauerbegleitung sehr wirkungsvoll sein kann — eine systematische Untersuchung dieser individuell erlebten Wirksamkeit wurde bisher aber nicht erbracht.
Das Projekt »TrauErLeben« hat sich diesem Thema gewidmet und untersucht, in welchen Lebensbereichen, in welchem Maße und auf welche Weise Trauerbegleitung Not mindern kann. Der Vergleich der Einschätzungen von trauernden Menschen und von TrauerbegleiterInnen führt auch zu Klärungen, welchen Nöten besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht wird und zu neuen Fragen, weshalb sich die Sichtweisen von BegleiterInnen und Trauernden z.T. sehr unterscheiden.

Indirekte Trauer bei Pflegekräften
Mitarbeitende der stationären Altenpflege werden sowohl durch das Sterben und den Tod von Bewohnern emotional stark berührt als auch mit dem eigenen Trauererleben und dem Umgang damit konfrontiert. Die emotionale Nähe zu den Bewohnern und deren Angehörigen birgt als mögliche Folge der erlebten Trauer die Gefahr einer hohen inneren Belastung, aber auch Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung.
Bei zwei Fragebogenerhebungen ergaben sich bei der beruflichen Begegnung mit Sterben, Tod und Trauer zunächst erhebliche geschlechts- und disziplinspezifische Unterschiede im beruflichen Belastungserleben, die u.a. durch gezielte Maßnahmen belastungsmindernd ausgeglichen werden konnten. Fazit: Maßnahmen wirken, jedoch nicht bei allen gleichermaßen.

Stolpersteine und Trittsteine auf Trauerwegen
Trauerprozesse sind niemals eine Krankheit, aber manche Trauerprozesse werden durch erschwerende Faktoren in die Länge gezogen, abgelenkt oder verzögert. Diese Stolpersteine auf dem Trauerweg können dramatische Todesumstände sein, sie können in anderen Belastungen des Trauernden verborgen sein oder in vorangegangenen Verlusten. Die Abwägung dieser Risikofaktoren und der vorhandenen Ressourcen eines trauernden Menschen gibt Hinweise auf die Art der angemessenen Unterstützung. Das Konzept der erschwerten Trauer und auch der vieldiskutierte Begriff der »anhaltenden Trauerstörung« werden hier praxisnah erläutert und eingeordnet.

Referenten Prof. Dr. Michael Wissert, Alexandra Vogt, Chris Paul
Termin 06.05.2017
Beginn: 09:30 Uhr, Ende: 16:00 Uhr
Ort Augustinerkloster zu Erfurt
Gebühr 90,- € inkl. Tagungsversorgung
Teilnehmer 200
Anmeldung 01.03.2017

Die Tagungsgebühr beträgt 90,00 Euro incl. Tagungsversorgung. Die Anmeldung ist erst mit dem Eingang der Zahlung des Teilnahmebeitrags auf das Konto des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes e.V. mit Angabe von Angabe Ihres Namens und dem Kennwort »Fachtag Trauer« gültig. Eine gesonderte Anmeldebestätigung erhalten Sie nicht!
IBAN: DE61840200870004939107
BIC: HYVEDEMM458
bei HypoVereinsbank Suhl
Verwendungszweck: Name, Fachtag Trauer

Wenn Sie bereits am Freitag, den 05.05.2017 anreisen möchten, können Sie eine Übernachtung im 4 Fußminuten entfernten Hotel Krämerbrücke bis zum 01.03.2017 zum Vorzugspreis von 77,00 Euro (Einzelzimmer) bzw. 97,00 Euro (Doppelzimmer) unter Tel.: 0361/67 400 buchen.

Flyer als Download
Fachtag Trauer und Wirksamkeit von Trauerbegleitung am Samstag, 06. Mai 2017
(Flyer als PDF-Datei)

erstellt am 19.09.2016


9. Thüringer Hospiz- und Palliativtag "Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht — mit Sicherheit in den Tod!?

2016 sind es 20 Jahre her, dass sich der Thüringer Hospiz- und Palliativverband als Landesarbeitsgemeinschaft gegründet hat!
Dieses Jubiläum möchten wir am Samstag, dem 03. September 2016, in der Augustinerkirche Erfurt mit dem 9. Thüringer Hospiz- und Palliativtag 2016 "Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht — mit Sicherheit in den Tod!? begehen.
Dazu laden wir sehr herzlich ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hospizinitiativen, ambulanten Hospizdiensten, Hospiz- und Palliativ-Beratungsdiensten, stationären Hospizen und Palliativstationen sowie stationären Einrichtungen ein!

Darf man einen Menschen sterben lassen, wenn man sein Leben mit medizinischen Maßnahmen noch lange aufrechterhalten kann? Diese und andere Fragestellungen am Lebensende sind seit dem Jahr 2003 zum ständigen Thema der öffentlichen Diskussion, der Rechtsprechung, der Gesetzgebung und schließlich der Positionierung der Ärzteschaft geworden. Obwohl die Vielfalt der neuen Festlegungen in Rechtsprechung, Gesetz und ärztlichen Berufsordnungen verwirrend erscheinen mag, so ist doch nichts anderes geschehen, als eine seit Jahren entwickelte Rechtslage "in Paragraphen zu gießen". Das geschah durch das Patientenverfügungsgesetz 2009 und durch das Patientenrechtegesetz 2013. Strafrechtlich hat die Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs vom 25.06.2010 ("Fall Putz") zur lange ersehnten Rechtsklarheit geführt: Das Abschalten etwa einer Beatmungsmaschine, damit der Patient sterben kann, ist keine verbotene aktive Sterbehilfe, wenn dies die medizinische Indikation oder Wille des Patienten gebietet.

In der Praxis sind diese Erkenntnisse allerdings in weiten Bereichen der Ärzte, Juristen und Patienten kaum angekommen. Und selbst wenn die Erkenntnisse angekommen sind, so ist die Umsetzung immer noch für viele Berufstätige rund um das Krankenbett sterbender Menschen psychisch kaum zu bewältigen. So kommt es immer wieder zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen und daraus resultierenden Streitigkeiten.

Wolfgang Putz ist Rechtsanwalt und Partner der Medizinrechtlichen Sozietät Putz & Steldinger sowie Lehrbeauftragter für Medizinrecht und Medizinethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hat die Rechtsprechung und die Gesetzgebung mit wesentlichen Impulsen und Pilotprozessen mit beeinflusst, zuletzt in seinem eigenen Verfahren, das er mit der wegweisenden Grundsatzentscheidung beim Bundesgerichtshof im Juni 2010 gewonnen hat. Wie kein anderer versteht er nicht nur die rechtliche, ethische und psychologische Seite solcher schwierigen Entscheidungen am Lebensende. Er vermag auch in seinen Vorträgen dieses Wissen klar und verständlich weiterzugeben.

Zielgruppe Ehren- und Hauptamtliche aus Hospiz- und Palliativarbeit
Referent Wolfgang Putz
Termin 03.09.2016
Beginn: 09:30 Uhr, Ende: 16:30 Uhr
Ort Augustinerkirche Erfurt
Gebühr 50,- € inkl. Verpflegung
Teilnehmer 200
Anmeldung 01.08.2016

erstellt am 17.03.2016


Der Clown in uns — Begegnung an Grenzen

Dieses Clowns — Seminar ist für Menschen gedacht, die ihren ganz eigenen Clown entdecken möchten. Manches nehmen wir einfach zu ernst, zu wichtig und verbittern über scheinbar unlösbaren Problemen. Die eigene komische Seite, der "Urclown" in uns, kann uns dabei helfen, die Leichtigkeit wieder zu finden. Gleichzeitig versuchen wir Momente zu entdecken, in denen sich die Leichtigkeit des Clowns auch auf kranke und schwerstkranke Kinder und Erwachsene übertragen kann.

Vermittelt werden clowneske Techniken, Kennenlernen der verschiedenen Clownstypen, Komik in Bewegung und im Partnerspiel.

Dieses Seminar ist ein betont körperlicher und bewegungsintensiver Workshop. Deshalb bitte entsprechende Kleidung und Getränke mitbringen. Hüte sind gern gesehene Requisiten.

Hinweis: Dieser Kurs erstreckt sich über drei Tage! Bei Interesse an einer empfohlenen Übernachtung wenden Sie sich bitte rechtzeitig unter dem Kennwort "Der Clown in uns" an das Augustinerkloster unter Telefon: 0361/57 66 00.

Zielgruppe: Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Hospiz- und Besuchsdiensten; an ehrenamtlicher Kinderhospizarbeit Interessierte
Leitung: Dorothea Kromphardt
Termin: 27.05. — 29.05.2016
Freitag: 17:00 — 21:00 Uhr;
Samstag: 09:30 — 18:00 Uhr;
Sonntag: 09:30 — 13:00 Uhr
Ort: Augustinerkloster Erfurt
Gebühr: 180,- € inkl. Seminarunterlagen zzgl. Übernachtung und Verpflegung
Teilnehmer: 15
Anmeldung: 01.04.2016

erstellt am 11.02.2016


Neue Fortbildung zur Trauerbegleitung beginnt!

Die Begegnung mit Trauer nimmt in der Arbeit von Hospiz— und Palliativdiensten einen großen Raum ein. Trauer hat ihren Platz aber nicht nur am Ende eines Lebens. Zu jeder Zeit und in jedem Alter müssen wir uns damit auseinandersetzen, wichtige und nahe Menschen loszulassen und uns immer wieder zu verabschieden: von der Kindheit, vom Elternhaus, von einer Wohnung oder vom Beruf, aber auch von Idealen, Wünschen und Träumen. Diese Abschiede prägen unser Leben. Trauernde zu begleiten verlangt, den eigenen lebensgeschichtlichen Trauererlebnissen nachzuspüren und sie anzunehmen. In Verbindung mit dieser persönlichen Auseinandersetzung soll neben der Vermittlung von Wissen über Trauerprozesse eine Haltung des Begleitenden gefördert werden, die Trauernden ein Klima von Unterstützung und Akzeptanz gewährt.

Themen:
• Wahrnehmung und Haltung
• Motivation zur Trauerbegleiterin/Trauerbegleiter
• Auseinandersetzung mit der eigenen Trauergeschichte
• Individualität/Normalität der verschiedenen Trauerwege
• Trauermodelle/Traueraufgaben
• Systemische Aspekte der Trauer/Genogrammarbeit
• Einführung und Übung der Gesprächsführung
• Strukturelle Rahmenbedingungen der Trauerbegleitung
• Trauergruppen / Trauerkreise
• Riten/Rituale in der Trauerbegleitung
• Ressourcen im Trauerprozess
• Umgang mit Schuld im Trauerprozess
• Spiritualität in der Trauerbegleitung
• Faktoren erschwerter Trauer
• Ziel der Trauerbegleitung/Zielvereinbarung
• Beginn und Abschluss einer Trauerbegleitung
• Selbstschutz/Selbstfürsorge in der Trauerbegleitung

Hinweis: Dieser Kurs erstreckt sich über 2 x 3 und 3 x 2 Tage innerhalb eines Jahres! Er umfasst 100 Unterrichtsstunden inkl. 20 Stunden eigenverantwortliche Kleingruppenarbeit zwischen den Kursblöcken.

Diese Befähigung und Fortbildung zur Trauerbegleitung ist durch den Bundesverband Trauerbegleitung e.V. anerkannt!

Bei Interesse an einer empfohlenen Übernachtung wenden Sie sich bitte rechtzeitig unter dem Kennwort "Fortbildung zur Trauerbegleitung" an das Augustinerkloster unter Telefon: 0361/57 66 00.


Zielgruppe: Ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Hospiz- und Palliativeinrichtungen, Beratungsstellen, offen für alle Interessierte
Leitung: Gertrud Boskamp; Marcus Sternberg
Termine: 29.01. — 31.01.; 18.03. — 19.03.; 17.06. — 18.06.; 26.08. — 27.08.; 04.11. — 06.11.2016
Freitag: 16.00 — 21.00, Samstag: 09.00 — 17.00, Sonntag: 09.00 — 13.00 Uhr
Ort: Augustinerkloster Erfurt
Gebühr: 900,- € inkl. Seminarunterlagen zzgl. Übernachtung und Verpflegung
Teilnehmer: 20
Anmeldung: bis 01.12.2015

erstellt am 11.11.2015


10 Jahre Runder Tisch 2005 — 2015

"Ethische Herausforderungen in der Hospiz- und Palliativversorgung"

Nicht zuletzt angeregt durch die gesellschaftliche Diskussion über Tod und Sterben, die Debatte zur aktiven Sterbehilfe oder den ärztlich assistierten Suizid werden die ethischen Herausforderungen in der Hospiz- und Palliativversorgung zunehmend deutlich. Die Auseinandersetzung mit Wünschen und dem Willen des Patienten sowie Fragen nach einer etwaigen Therapiezieländerung oder -begrenzung erfordern neben der klinischen Abwägung ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz im multidisziplinären Team. Die Dilemmata zwischen ärztlichem Ethos und der Autonomie des Patienten oder zwischen Lebenserhaltungsprinzip und subjektiver Lebensqualität manifestieren sich zunehmend in der modernen Medizin und machen es erforderlich, sich mit ethischen Fragestellungen auseinanderzusetzen.

Nach engagierten Gesprächen verschiedener Akteure in der Hospiz- und Palliativversorgung mit Herrn Wilfried Gaide im Sozialministerium wurde 2005 der Runde Tisch "Hospizarbeit und Palliativmedizin in Thüringen" als informelles Gremium gegründet und hat sich mittlerweile als feste Institution weitestgehend aller ambulanten und stationären Einrichtungen in der Hospiz- und Palliativversorgung, der Landesärztekammer, der Kostenträger, der Kassenärztlichen Vereinigung, dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen und der politischen Vertretung in Thüringen etabliert. Waren zu Beginn der THPV als Interessenvertretung insbesondere der ambulanten und stationären Hospizarbeit und einzelne engagierte Palliativmediziner der "ersten Stunde" beteiligt, umfasst die Liste der interessierten und durch den THPV und die DGP-LV Thüringen gemeinsam eingeladenen Gäste am Runden Tisch heute fast 100 Personen!
Zweimal jährlich nutzen die Hauptakteure in der Hospiz- und Palliativversorgung die Gelegenheit zum informellen Austausch untereinander und mit den genannten Institutionen, um die Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen bestmöglich umzusetzen und abzusichern.

Anlässlich des 10jährigen Bestehens Runder Tisch "Hospizarbeit und Palliativmedizin" in Thüringen, laden wir sehr herzlich zur Festveranstaltung im Augustinerkloster zu Erfurt
am Mittwoch, dem 16. September 2015 um 15:00 Uhr in das Augustinerkloster zu Erfurt ein!

Ort der Veranstaltung: "Haus der Versöhnung",
Tagungsraum Staupitz & Lang


Programm:

15:00 Uhr Musikalische Eröffnung

Begrüßung im Namen des THPV und
der DGP-LV Thüringen
PD Dr. Ulrich Wedding

15:10 Uhr Grußwort
Frau Heike Werner
Thüringer Ministerin für Arbeit, Soziales,
Gesundheit, Frauen und Familie

15:20 Uhr Grußwort
Professor Dr. Winfried Hardinghaus
Vorsitzender im Deutschen Hospiz und
PalliativVerband (DHPV) e.V.

15:30 Uhr Festvortrag
"Ethische Herausforderungen in der
Hospiz- und Palliativversorgung"
Prof. Dr. Friedemann Nauck
ehemaliger Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)

16:25 Uhr Einladung zum Austausch und Sektempfang
PD Dr. Ulrich Wedding

16:30 Uhr Musikalischer Ausklang


Anmeldung:
Geschäftsstelle des THÜRINGER HOSPIZ- UND PALLIATIVVERBAND e.V.
Augustinerstraße 10, 99084 Erfurt
Tel.: 03 61/78 92 76 12 und 01 74/7 26 07 94
Fax: 03 61/78 92 76 14
Email: info@hospiz-thueringen.de
Internet: www.hospiz-thueringen.de


Wir danken für die freundliche Unterstützung durch:
Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen
und Familie (TMASGFF)
Mundipharma Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG

erstellt am 09.09.2015


Vortrag 20 Jahre Hospiz Förderverein Jena e.V., Pfrn. Dr. Friederike F. Spengler

Sehr verehrte Festgemeinde und Gäste, meine Damen und Herren,

genau vor einem Jahr durfte ich dienstlich in Hamburg unterwegs sein. Als es zwischen zwei Veranstaltungen eine Pause gab, lief ich zielstrebig und eilig in die Innenstadt, um, wenigstens kurz, die Binnenalster zu sehen. Viele Menschen waren unterwegs. Ein Flanieren und Schauen, ein getriebenes Eilen, ein geschäftiges Unterwegssein, hastig und laut — über die Brücken und an den Stufen entlang. An einer Stelle aber hatte sich eine kleine Menschenmenge versammelt. Wie eine Traube standen sie zusammen. Je näher ich kam, desto mehr wurde mir bewusst, dass hier alles anders zu sein schien: Stille ging von dieser Menschenmenge aus. Alle schauten in eine Richtung auf die Erde. Beinahe beklemmende Ruhe — inmitten eines turbulenten Donnerstagnachmittages, an dem mehr angespannt vor-sich-hintelefonierende und sms-tippende Hanseaten an mir vorüberzulaufen schienen, als es Fische in der Alster gibt.
Hier war Ruhe — ein merkwürdiges Stück Frieden. Neugierig geworden und angezogen von der augenscheinlichen Besonderheit dieses Ortes, ging ich — auf Zehenspitzen schleichend — an die Versammelten heran, um über ihre Köpfe und Schultern hinweg etwas sehen zu können: Dort, am Rand des Wassers, zwei, drei Schritte vom Ufer entfernt lag, erhaben weiß und unendlich schön, ein sterbender Schwan. Er ruhte halb auf der Seite. Die Flügel hatte er majestätisch, halb ausgebreitet, neben sich, beinahe drapiert, liegen. Der wunderschöne Hals lag wie ein Gemälde auf dem Grün des Rasens. Seine Augen waren offen, klar und voller Glanz. Aus dem leicht geöffneten Schnabel drang ein leises, etwas heißeres Atemgeräusch. Mit scheinbar letzter Kraft ordnete er noch einmal Beine, Leib und Flügel und hauchte seine Schwanenleben aus. Wie gebannt sah ihm die Menge der Umherstehenden zu: Ein Theater mit tragischem Schluss, ein Interpret des Lebens und der Schönheit verließ die Bühne und alle waren viel zu ergriffen, um Beifall zu klatschen. Ein Meisterwerk hatte soeben geendet.

Masche Kaleko: Der Schwan

Der Schwan, wenn er sein Ende ahnt,
das heißt: wenn ihm sein Sterben schwant,
zieht sich zurück, putzt sein Gefieder und
singt das Schönste seiner Lieder.
- So möchte auch ich, ist es soweit,
mal eingehn in die Ewigkeit.

Nur langsam, wie in Zeitlupe, löste sich die Gruppe der Umherstehenden auf. Keiner rannte davon, die Zeit war stehengeblieben. Ein kleiner Augenblick, einen Wimpernschlag lang, und ich konnte förmlich sehen, wie jeder, der jetzt langsam davonging, etwas mitnahm — einen Eindruck, einen Gedanken, etwas, was sich zu lernen lohnt für das Leben.
"Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug leben", betete ich mit dem Psalm im Kopf, als ich das Sterbebett des Schwanes verließ.
Sehr verehrte Damen und Herren,
der Schwan, den ich mitten in Hamburg sterben sah, konnte die beschriebene Würde ausstrahlen, weil er in Freiheit seinen letzten Atemzug tat. Er fand sich nicht eingesperrt in einem Käfig, nicht gestutzt, nicht gezähmt, sondern an dem Platz vor, wo er vielleicht einst aus dem Ei gekrochen war. Vielleicht hatte er an ebendiesem Wasser sein graubraunes Kindergewand in die Sonne gehalten und war hinausgeschwommen, um ganz in Weiß wieder zu kommen. Vielleicht hatte er ganz in der Nähe hier sein Weibchen gefunden und mit ihr Hochzeit gehalten und das Nest gebaut für die Jungen. Vielleicht musste er eben hier das Gelege gegen neugierige Touristen und gemeine Menschen verteidigen, die ihm und seiner Frau zu nahe gekommen waren. Und mit all dem im Herzen, starb er jetzt auch mitten in dieser Stadt, mitten an diesem Wasser, mitten unter denen, die seine Schönheit und Anmut immer bewundert hatten.
Damit Menschen stolz und in Würde, frei von einengender Fremdbestimmung ihre letzten Monate leben und mit ebendieser Würde sterben können, sind Sie alle unterwegs. Hospizliche Fürsorge, Hilfe und Bereitstellung, Ermöglichung von Heimat im Abschied — das alles wird von Ihnen hier in dieser Stadt bereitgestellt und gelebt. Weil das Leben immer lebensgefährlich ist und garantiert tödlich endet, gehört das geschützte Sterben-Können unbedingt mitten in unsere Städte. Wie die Geburtshäuser und Gynäkologischen Stationen eine Stadt adeln, so tun dies auch alle, die, wie Sie, Menschen auf der letzten Strecke ihres Lebensweges begleiten. Wir brauchen hospizliche Arbeit, ambulant und stationär, mitten im prallen Leben unserer Städte und Gemeinden — erreichbar für jeden und so eingebunden in den Alltag der hier Wohnenden, dass das Sterben wieder mitten unter Menschen möglich ist. In einer Zeit, in der Kinder bereits sehr früh bestaufgeklärt sind über die Anfänge menschlichen Lebens, ausgestattet mit einem Vokabular auf der Zunge und einer Flut von Bildern in ihrem Kopf, wie und was mit wem geht — benötigen wir eine Aufklärung über das Ende des Lebens. Meinem Eindruck nach, wächst im Moment die dritte Generation derer heran, die das Sterben von Angehörigen nicht mehr — oder nur sehr vereinzelt — im häuslichen Umfeld als selbstverständlichen Teil des Lebens mitbekommen haben. Soziologisch gesehen, kann man damit von einem Unwissen im gesellschaftlichen Gedächtnis sprechen. Als Schülerin auf einer Inneren Station arbeitend, habe ich mit 14 Jahren die für mich erste Sterbende auf ihrem Krankenhausbett aus einem Sechsbettzimmer in den Gang einer Toilette schieben müssen. "Wenn sie`s geschafft hat, tragen wir sie in den Keller", gab mir die zuständige Oberschwester Auskunft. "Dann kannst du das Bett auswaschen und neu beziehen." Sie alle, die Sie heute ehrenamtlich in der hospizlichen Arbeit tätig sind, werden solche Bilder aus eigenem Ansehen oder vom Erzählen her kennen. Langsam aber, und bei Ihnen hier in Jena, immerhin seit bereits 20 Jahren, langsam also, verändert sich das Verhältnis zum Sterben, zu Tod und Trauer. Daran, haben sie, meine Damen und Herren, in ihrem Umfeld einen entscheidenden Anteil. In ihrem Tun, bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit, bringen Sie das Leben mit ans Sterbebett. Sie stehen in ihrem alltäglichen Arbeitsleben vielleicht sonst in ganz anderen Zusammenhängen: sie bilden aus, stellen her, denken vor. Oder Sie sind im aktiven Ruhestand und bringen ihre Zeit und Muße, ihre Lebenserfahrungen und die Mühe und den Segen des Rückblicks mit. All das bringen sie mit, wenn sie ihr Ehrenamt beginnen. Sie füllen dieses aus mit dem, was sie als Person ausmacht. Ehrenamtliche Arbeit hat etwas mit Sinn-findung zu tun. Millionen ehrenamtlich Arbeitende in unserem Land treibt das Gefühl an, mit ihrem Dienst etwas zu tun, was anderen nützt, was gut und nötig ist. Und gegen alle Unkenrufe, dass sich niemand mehr ohne einzuberechnendes Entgelt uneigennützig engagieren würde — nein, das Bedürfnis, sich zu engagieren, ist geblieben. Natürlich wandelt sich das Bild dabei, sogar sehr! Viel weniger Menschen treibt die innere Haltung des Altruismus an. Öfter dagegen werden sehr individuelle Zugänge zu sinnerfüllender Arbeit gesucht. Dabei werden die Aufgaben projekthafter, nachwachsende Ehrenamtliche wollen sich oft nicht auf langfristige Bindung festlegen, man geht sporadischer vor, wechselt die Aufgaben öfter und lebensbezogener. Dennoch: Ehrenamtliches Engagement hat Zulauf und einen guten Ruf. Ich möchte Sie keinesfalls mit langen Zahlenangaben langweiligen, deshalb nur einige wenige aus dem Bereicht der Ehrenamtlichen Hospizarbeit auf dem Gebiet Thüringens: Auf dem Gebiet des Freistaates gibt es 6 stationäre Hospize, darunter ein Kinder- und Jugendhospiz. Momentan sind 12 Palliativstationen beschäftigt, 8 Spezialisierte Ambulante Palliative Versorgungsteams unterstützen Pflegende und zu-Pflegende im häuslichen Umfeld. Es gibt in Thüringen ein regional gut verteiltes Netzwerk von 27 ambulanten ehrenamtlichen Hospizdiensten an 31 Standorten, darunter 3 ambulante Kinderhospizdienste. In den Diensten warn 2014 1058 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen tätig. Sie alle tun tragen dazu bei, dass das Sterben als Teil des Lebens gestaltet werden kann.

Der Schwan, wenn er sein Ende ahnt,
das heißt: wenn ihm sein Sterben schwant,
zieht sich zurück, putzt sein Gefieder und
singt das Schönste seiner Lieder.
- So möchte auch ich, ist es soweit,
mal eingehn in die Ewigkeit.

Bis dahin aber will ich noch eine ganze Weile leben und mit Ihnen gemeinsam das Sterben als Teil des Lebens ins Bewusstsein unserer Gesellschaft zurückbringen.
Sehr herzlich gratuliere ich Ihnen heute im Namen des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes zu Ihrem Jubiläum und wünsche Ihnen für all ihr Tun Gottes guten Segen, Kraft und Durchhaltevermögen, Zeiten des Gebens und des Nehmens und die Weisheit, dass die Kunst des Lebens erst mit der Kunst des Sterbens vollendet wird — so, wie es der Schwan an der Binnenalster gezeigt hat.

Danke für Ihre Einladung.
Pfrn. Dr. Friederike F. Spengler

erstellt am 24.06.2015


"Pflegefachkraft in der Palliativversorgung"- Anschlussqualifizierung 2015 — 2016

Die Weiterbildung soll im Sinne des interdisziplinären Betreuungskonzeptes "Palliative Care" dazu befähigen, Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren, progredienten Erkrankung mit einer begrenzten Lebenserwartung zu pflegen, ihre Lebensqualität in der letzten Lebensphase gezielt zu verbessern beziehungsweise möglichst langfristig zu erhalten und qualifizierte palliativpflegerische Beratung zu geben. Dies erfordert neben pflegewissenschaftlichen, medizinischen und bezugswissenschaftlichen Kenntnissen insbesondere die Befähigung zur
1. fachlich qualifizierten, individuellen, optimalen und kreativen Pflege unter Berücksichtigung physischer, psychischer, sozialer und spirituell-religiöser Bedürfnisse,
2. sensiblen Einbindung der Familie beziehungsweise der pflegenden Angehörigen oder anderer informeller Hilfestrukturen,
3. Einführung von Palliativpflegekonzepten,
4. Übernahme von Führungsaufgaben im Palliative Care-Bereich und
5. Zusammenarbeit im multiprofessionellen Betreuungsteam
.

Die Weiterbildung kann nur zusammenhängend belegt werden, dauert ein Jahr und umfasst 96 Unterrichtsstunden bei vorhandenem Abschluss der Weiterbildung Palliative Care für Pflegepersonal (160 Unterrichtsstunden nach dem Bonner Curriculum: Kern, Müller, Aurnhammer). Hinzu kommt ein vierwöchiges Praktikum auf einer Palliativstation oder in einem stationären Hospiz. Die Teilnehmenden erhalten nach erfolgreichem Abschluss aufgrund des Thüringer Gesetzes über die Weiterbildung in den Fachberufen des Gesundheits- und Sozialwesens die staatliche Anerkennung als "Pflegefachkraft in der Palliativversorgung".

Voraussetzungen zur Teilnahme
Staatliche Anerkennung als
1. Altenpflegerin oder Altenpfleger
2. Krankenschwester oder Krankenpfleger bzw. Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Gesundheits- und Krankenpfleger
3. Kinderkrankenschwester oder Kinderkrankenpfleger bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
Nachweis einer mindestens 2-jährigen Berufserfahrung in einem der genannten Berufe.

Weiterbildungsstätte
Die Weiterbildung findet in der Thüringer Hospiz- und Palliativakademie im Augustinerkloster zu Erfurt statt. Das Kloster ist ein einmaliges Baudenkmal mittelalterlicher Ordensbaukunst. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt Erfurts mit ihrer berühmten Krämerbrücke. Die ruhige und friedliche Atmosphäre in einfach und hell möblierten Zimmern bietet Raum zum Abschalten nach einem erfüllten Tag. Das gemeinsame Arbeiten in dieser Umgebung trägt zum körperlich-seelischen Wohlbefinden bei und bildet gleichsam die Grundlage für eine Haltung der Achtsamkeit und Wertschätzung sich selbst und schwerkranken Menschen gegenüber. Wesentliche Lerneffekte werden erreicht in einer Ausbildungsgruppe über mehrere Tage, weshalb wir die Übernachtung im Augustinerkloster empfehlen.

Bei Interesse an einer empfohlenen Übernachtung wenden Sie sich bitte rechtzeitig unter dem Kennwort "Pflegefachkraft in der Palliativversorgung 2015 — 2016" an das Augustinerkloster unter Telefon: 0361/57 66 00.

Kursleitungsteam
Die Fachweiterbildung wird von einem erfahrenen Kursteam geleitet. Zu ihm gehören u. a.:
Ilka Jope, Marcus Sternberg, Bernhard Liebe, PD Dr. Jens Büntzel, Gertrud Boskamp, Frieder Lückhoff, Sylvia Niebl, Dr. Joachim Zeeh.

Kursgebühr
Anschlussqualifizierung: 1.200,00 € inkl. Seminarunterlagen und Pausengetränke zzgl. Übernachtung & Verpflegung (Rechnungslegung pro Modul)

Kurstermine Anschlussqualifizierung 2015 — 2016
Modul I: 16.09.2015 — 18.09.2015
Modul II: 02.12.2015 — 04.12.2015
Modul III: 17.02.2016 — 19.02.2016
Modul IV: 22.06.2016 — 24.06.2016

Anmeldung: bis 01.08.2015
erstellt am 18.03.2015


Pressemitteilung 8. Thüringer Hospiz- und Palliativtag

"Meine Trauer wird dich finden" Ein neuer Ansatz in der Trauerarbeit

Am 20. September 2014 wurde im Augustinerkloster zu Erfurt der 8. Thüringer Hospiz- und Palliativtag durchgeführt. Über 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich an diesem Tag, der alle zwei Jahre veranstaltet wird, mit dem Thema der Trauer und Trauerbegleitung auseinander — einem Schwerpunktthema in der Hospiz- und Palliativversorgung. "Jedoch: während Sterbebegleitung in den Hospizdiensten durch die Krankenkassen gefördert wird, sehen sich diese für alles, was nach dem Tod kommt, nicht mehr in der Pflicht! Der wichtige und oftmals für die Gesundheit auch präventive Bereich der Trauerbegleitung von Angehörigen muss von den Diensten in der Hospiz- und Palliativversorgung ehrenamtlich und durch Spenden getragen werden! Dies muss sich unbedingt ändern!", so Palliativmedizinerin Christine Vonderlind als Vorsitzende im Thüringer Hospiz- und Palliativverband.

Pfarrerin Frau Dr. Friederike Spengler berührte zu Beginn der Veranstaltung die Teilnehmenden mit einem ungewöhnlichen Briefwechsel zwischen einem trauernden Menschen und seiner Trauer.

Die Hauptvorträge des mehrfachen Buchautors Roland Kachler begeisterten die Zuhörer durch ihre ermutigende und ungewöhnlich authentische Vermittlung. Herr Kachler stellte in seinen Vorträgen ein neues Verständnis im Umgang mit Trauer vor und vermittelte konkrete Schritte in der Begleitung trauernder Menschen, bei der nicht länger das vielfach von der Umwelt geforderte "Loslassen" im Mittelpunkt steht. Roland Kachler hat diesen Ansatz aus der Begleitung von Trauernden und aus einer eigenen schweren Verlusterfahrung heraus entwickelt.

Einen brillanten musikalischen Abschluss des Tages boten die "Octavians" aus Jena, die ihre bereits mehrfach preisgekrönte A-cappella Musik zum Besten gaben und die Akustik der Erfurter Augustinerkirche zu nutzen verstanden.

Der Dank des Thüringer Hospiz-und Palliativverbandes gilt an diesem Tag in besonderer Weise den über 1000 ehrenamtlichen und zahlreichen hauptamtlichen Mitarbeitern, die Tag für Tag schwerstkranke und sterbende Menschen, aber auch ihre Angehörigen, in ganz Thüringen engagiert betreuen.

Der Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) wurde als Dachverband von fast 40 ambulanten und stationären Hospiz- und Palliativeinrichtungen mit ca. 1.000 Ehrenamtlichen im Jahre 1996 gegründet. Er vertritt deren Interessen und die Belange der schwerstkranken und sterbenden Menschen gegenüber Politik und Gesundheitswesen.

Weitere Informationen: www.hospiz-thueringen.de
Erfurt, 25.09.2014
erstellt am 25.09.2014


Stellungnahme des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes e.V. zum assistierten Suizid

Die aktuelle politische und gesellschaftliche Debatte über Verbot oder Legalisierung des assistierten Suizides veranlasst den Thüringer Hospiz- und Palliativverband zur Stellungnahme.
Die engagiert geführte Diskussion und die hohe Medienpräsenz des Themas zeigen uns, dass sich viele Menschen mit diesem Thema beschäftigen. Offensichtlich wird inzwischen die Hilfe zum herbeigeführten Tod als eine legitime Möglichkeit gesehen, unerträglich erscheinende Leidenssituationen auf diese Weise selbstbestimmt abzukürzen. Professionelle Unterstützung soll diesem Schritt dann die Grausamkeit nehmen und ihn aus der Grauzone einer Straftat herausholen. Nicht zuletzt führt die Entwicklung in einigen unserer Europäischen Nachbarländer zu lauteren Rufen nach der Legalisierung des assistierten Suizids. Sowohl die befürwortenden als auch die ablehnenden Stimmen beziehen sich dabei auf die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantierte Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Was haben wir als Verband hospizlich engagierter Menschen in Thüringen dazu zu sagen?
Gerade schwerste Leidenssituationen von Mitmenschen, wie Krankheit, Schwäche, Hilflosigkeit, schwerste Krankheitssymptome und die häufig daraus resultierende Isolation des Betroffenen sowie die Hilflosigkeit seiner nächsten Menschen sind Gründe für die Entwicklung der Hospizbewegung und der Palliativmedizin. Beide stehen dafür, Menschen in ihrer letzten Lebensspanne eine kostbare und lebenswerte Zeit zu ermöglichen. Wir wissen, wie schwer und bitter es sein kann, sich von bisher selbstverständlich empfundenen Lebenskompetenzen verabschieden zu müssen. Deshalb ist der Zugang zu bestehenden multiprofessionellen Hilfsmöglichkeiten grundlegend und wichtig. Ausgangspunkt dafür ist die Überzeugung, dass das Sterben ein Abschnitt unseres Lebens ist, welcher wie auch Geborenwerden zum Leben gehört und durchlebt werden muss. Dieser Lebensabschnitt darf weder verlängert noch durch einen vorzeitig aktiv herbeigeführten Tod verkürzt werden. Vielmehr stehen wir für die Begleitung Sterbender, für die Linderung der damit einhergehenden Beschwerden, für die Fürsorge in medizinischer, seelsorgerlicher und psychologischer Hinsicht. Solche Leib und Seele umfassende Fürsorge ist die Grundvoraussetzung, diesen Lebensabschnitt für den sterbenden Menschen und sein Umfeld "lebbar" zu machen. Wir sind erschüttert, wie die Angst vor dem unvermeidbar letzten Teil des Lebens gegenwärtig geradezu geschürt wird und auf dem Altar der "Selbstbestimmung bis zum letzten Atemzug" die Achtung vor der Einsicht, dass der Mensch niemals alles in der Hand haben kann und wird, geopfert wird. Ob diejenigen, die heute so laut nach einer Legalisierung der Beihilfe zum Suizid rufen, bedenken, wie sie selbst mit ihren Gefühlen und Gedanken weiterleben würden, wenn sie einem Menschen die Spritze oder das Gift zum Tode gereicht haben?
Das Ziel unserer Arbeit ist das Angebot einer Alternative für jeden! Momentan ist die hospizliche und palliative Versorgung in Thüringen noch nicht so lückenlos ausgebaut, dass sie gleichermaßen jedem bedürftigen Menschen aktuell zur Verfügung steht. Blicken wir aber auf das Erreichte der letzten Jahrzehnte, dürfen wir die begründete Hoffnung haben, dass diese Versorgungsformen bald überall ausreichend zur Verfügung stehen und von jedem schwerstkranken Menschen selbstverständlich gekannt und genutzt werden kann. Der weitere Ausbau solcher Strukturen kostet Geld und gesellschaftliches Engagement. Letztendlich wird nur der politisch gesetzlich formulierte Rechtsanspruch zu einer zufriedenstellenden Versorgung führen. Die in der Hospizversorgung und in palliativen Einrichtungen tätigen Menschen wissen, dass exzellente professionelle Versorgung und die durch das Ehrenamt gelebte Solidarität den letzten Lebensabschnitt für Sterbende und ihre Familien wertvoll werden lassen. Soll diesem Beitrag zu einem Leben und Sterben in Würde tatsächlich die Möglichkeit des assistierten Suizides als allgemein akzeptierte legale Dienstleistung entgegengestellt werden? Wo fängt dabei der freie Wille an und wo hört er auf? Welche Gesetze sind so lückenlos, dass Suizid dann auch wirklich "Frei-Tod" bleibt — ohne sozialen, emotionalen oder finanziellen Druck? Wer soll nach welchen Kriterien dafür garantieren und wer letztgültig die Verantwortung übernehmen?
Der Thüringer Hospiz- und Palliativverband e.V. sieht sich als Vertreter schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Mitmenschen. Wir sind der Überzeugung, dass das Vorhandensein ausreichender sektorenübergreifender hospizlicher und palliativer Strukturen und der Rechtsanspruch jedes Bürgers auf Versorgung in seiner letzten Lebensphase nach hospizlich palliativen Grundsätzen der Erhaltung der Würde des Menschen entspricht. Angelehnt an die Lehre Albert Schweitzers von der "Ehrfurcht vor dem Leben" lehnen wir deshalb eine Legalisierung der Beihilfe zum Suizid ab.

www.hospiz-thueringen.de

erstellt am 25.02.2014