Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) e.V.

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Programm


Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase (§ 132 g Abs. 3 SGB V)
(Kurs P7)


Beschreibung


DER DEMOGRAPHISCHE WANDEL und die Stärkung der häuslichen Versorgung führen zu kurzen Verweildauern bei Menschen, die hochaltrig und fortgeschritten pflegebedürftig in die stationären Einrichtungen der Altenhilfe einziehen. Der Gesetzgeber möchte durch ein frühzeitiges qualifiziertes Beratungsangebot betroffene Menschen und ihre Zugehörigen befähigen, für ihre letzte Lebensphase eine individuelle und selbstbestimmte gesundheitliche Versorgungsplanung in den Blick zu nehmen. Die Integration einer gesundheitlichen Versorgungsplanung in vollstationären Pflegeeinrichtungen und der Eingliederungshilfe setzt einen Organisationsentwicklungsprozess voraus, d. h. sie muss in alle Strukturen und Prozesse eingebunden sein. Frühzeitige und regelmäßige Räume zur Verständigung und Umsetzung des Bewohnerwillens sorgen für größtmögliche Sicherheit für alle Beteiligten. Auf diese Weise können nicht mehr indizierte Krankenhauseinweisungen vermieden werden. In sensiblen Kommunikationsräumen entstehen abgestimmte individuelle und selbstbestimmte Notfallplanungen hinsichtlich ethisch sensibler Entscheidungen sowie medizinscher, pflegerischer, psychosozialer und spiritueller Wünsche, Willensbekundungen, Bedürfnissen sowie Behandlungsmaßnahmen. Die Begleitung am Lebensende ist häufig multiprofessionell und sektorenübergreifend. Eine gemeinsame vorausschauende
Planung ist vernetzt nach innen wie nach außen. Möglichst wenig Reibungsfläche an den Schnittstellen erhöht die Versorgungsqualität von schwerkranken Menschen und ihren Zugehörigen.

ZIELE
In dieser zertifizierten Weiterbildung werden Sie befähigt, für Ihre Einrichtung die gesundheitliche Versorgungsplanung zu koordinieren und die Organisations- und Durchführungsverantwortung zu übernehmen. Die gesundheitliche Versorgungsplanung lehnt sich an das internationale Konzept des "Advance Care Planning" (ACP) an. Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung soll es betroffenen Menschen, ihrem sozialen Netz sowie den gesetzlichen Betreuern ermöglicht werden, Vorstellungen zu entwickeln über (palliativ-)medizinische-pflegerische Interventionen und Grenzen. Darüber hinaus ihre Fragen zu stellen und ihre Bedürfnisse zu formulieren in Bezug auf existenzielle emotionale und psychosoziale Wünsche und Sorgen sowie zu möglicher spiritueller Begleitung. Die Autonomie und die Lebensqualität von Menschen stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu werden Grundlagen zur systemischen Beratungskompetenz, palliativmedizinisches und pflegerisches Fachwissen, eine hospizliche Haltung und Netzwerkkompetenzen vermittelt.

INHALTE
- Koordinierung der gesundheitlichen Versorgungsplanung (§ 132g SGB V) — einrichtungsintern und —extern
- Organisations- und Durchführungsverantwortung für den gesamten Beratungsprozess
- Systemische Beratungskompetenz in sensiblen und herausfordernden Gesprächen
- Palliativpflegerisches und medizinisches Fachwissen
- Ethisch-rechtliche Grundlagen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
- Strukturieren und Moderieren von (palliativen) Fallgesprächen
- Dokumentation von vorbereitender Krisen- und Notfallplanung
- Kooperation und Mitwirkung in einem regionalen palliativen Netzwerk
- Barrierefreie Kommunikation für Einrichtungen der Eingliederungshilfe

BITTE BEACHTEN SIE:
Peergruppenarbeit (kollegialer Austausch außerhalb der Präsenztage); Konzeptentwicklung für die gesamte Organisation zum § 132g und eine Abschlussarbeit sind Bestandteile dieser Weiterbildung!

1. TEIL — THEORIE UND PRAXIS
Montag — Freitag, 25.02.-01.03.2019
(jeweils 09:00 — 17:00 Uhr)
Montag — Dienstag, 20.05.-21.05.2019
(jeweils von 09:00 — 17:00 Uhr)
- 2 Tage supervidierte Beratungsgespräche in moderierten Rollenspielen
1. Zertifizierung: Antrag auf anteilige Personalstelle kann bei jeweiligen Landeskassen gestellt werden.

2. TEIL — PRAXIS- UND REFLEXIONSPHASE
Montag — Mittwoch, 26.08.-28.08.2019
(jeweils von 09:00 — 17:00 Uhr)
- 3 Tage Reflexion und Coaching der durchgeführten Beratungsprozesse
- ethisch-rechtliche und ethisch-medizinische Aspekte Montag — Dienstag, 04.11.-05.11.2019 (jeweils von 09:00 — 17:00 Uhr)
- 2 Tage Reflexion und Coaching der durchgeführten Beratungsprozesse plus Abschlusspräsentation der Teilnehmenden
2. Zertifizierung sollte spätestens nach Ablauf eines Jahres nach erstem Antrag bei den jeweiligen Landeskassen eingereicht werden.

DIESE WEITERBILDUNG ORIENTIERT SICH AM
AACHENER CURRICULUM ZUR QUALIFIZIERUNG ZUR
GESUNDHEITLICHEN VERSORGUNGSPLANUNG (§ 132 g)!

Termine:
25.02.2019.-01.03.2019
20.05.2019-21.05.2019
26.08.2019-28.08.2019
04.11.2019-05.11.2019

Übernachtung:
»Versorgungsplanung«, info@augustinerkloster.de

20 Fortbildungspunkte RbP

Veranstaltungsort


Augustinerkloster Erfurt

Zielgruppe

Mediziner, Pflegekräfte, Medizinische Fachangestellte, Sozialarbeiter, Erzieher, Heilerziehungspfleger und vergleichbare Ausbildungen, Fachkräfte in vollstationären Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Leitung

Susanne Kiepke-Ziemes, Veronika Schönhofer-Nellessen, Ilka Jope, u. a.

Gebühr

1.200,- €

max. Teilnehmeranzahl

20

Anmeldung

Sie können sich bis zum 01.01.2019 anmelden:

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